Endodontie und Röntgen mit OptraDam
Die Endodontie erfordert in der Regel die Isolation eines einzelnen Zahnes. Mit OptraDam® ist dies für alle Zähne möglich. Es erlaubt eine metallfreie Retention des Abdeckmittels (Vorteil für Röntgen und elektrische Apex-Lokalisation!). Die Stärken hat OptraDam® im Bereich der Prämolaren und Frontzähne, da dort drei Bedingungen erfüllt sind:
  • guter Zugang und Retention ohne zusätzliche Retentionsmittel (Keile, Klammern)
  • Röntgen ist einfach durchführbar
  • deutlich einfachere Applikation als bei klassischem Kofferdam

Abb. 1
Endodontie an Zahn 31 mit OptraDam®

Für Molaren ist eine Einzelisolation mit OptraDam® in der geschlossenen Zahnreihe möglich (s.o.), die Durchführung des Röntgen erfordert jedoch mehr Aufwand als bei Frontzähnen und Prämolaren (s.u.).

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Endodontie ist die Herstellung eines behandlungsfähigen Zahnes. Dies bedeutet bei umfangreich zerstörten Zähnen die Anfertigung einer funktionstüchtigen Aufbaufüllung. Wenn dies nicht mit vollständiger Isolation möglich ist, so kann durch den Einsatz der OptraGate®-Isolation eine zielführende Lösung angewendet werden (Abb. 2). Ein in seiner Struktur (provisorisch) hergestellter Zahn stellt gleichzeitig die Voraussetzung für eine erfolgreiche Isolation für die Endodontie dar – mit OptraDam® oder mit der klassischen Technik.

Abb. 2
Präendodontischer Aufbau mit OptraGate® an Zahn 44

Abb. 3
OptraDam®-Isolation für Endodontie an Zahn 22

Bei Frontzähnen und einzeln stehenden Zähne werden die Vorteile der automatischen Adaptation des OptraDam®-Abdeckmittels besonders deutlich: eine klammerfreie, einfache und schmerzfreie Isolation ohne im Röntgenbild oder für die elektrische Apex-Lokalisation störende Metallklammern. Die Schleimhaut-Elektrode für die Apex-Lokalisation wird hinter den extraoralen Ring ins Vestibulum eingehängt und verbleibt dort automatisch (Abb. 4–5).

Abb. 4
OptraDam®-Isolation an Zahn 36 mit elektrischer Längenbestimmung

Abb. 5
Positionierung der Nullelektrode für die elektrische Längenbestimmung bei OptraDam®-Isolation

In Situationen mit Brückenversorgungen wird durch die Langlochtechnik die gesamte Brücke isoliert und jeweils mesial bzw. distal des Brückenpfeilers die Perforation mit Zahnseide durch die Approximalzone gebracht (Abb. 6–7).

Abb. 6
OptraDam®-Isolation bei Endodontie an Zahn 21 mit Anwendung der Langlochtechnik aufgrund Kronenblocks an den Zähnen 12–22

Abb. 7
Endodontie an Zahn 43 mit Anwendung der Langlochtechnik aufgrund Brückenverbunds

Der Aspirations- und Ingestionsschutz sowie die Sicherstellung der Asepsis des Endodontiums stehen hier im Vordergrund, eine absolute Trockenheit ist in der Regel nicht zwingend nötig. Freiliegende Gingiva-Bereiche können, wenn nötig, mit Silikonmaterialien oder Cavit® zusätzlich abgedeckt werden.

Die radiologische Kontrolle der Wurzelkanal-Länge gehört trotz der weit verbreiteten Nutzung von Geräten zur elektrischen Apex-Bestimmung zur Standardbehandlung während einer Wurzelkanal-Behandlung. Die OptraDam®-Isolation zur Endodontie muss daher diesen wichtigen Aspekt erfüllen. Interessant ist hierbei, dass die Platzierung des Sensors kontaminationsfrei geschieht – ohne Speichel-Exposition. Aufgrund der selbsteinstellenden Tiefe des Latexbeutels ist die Applikation eines Sensors bzw. Films auch ohne weitere Maßnahmen im Bereich der Prämolaren und Frontzähne möglich. Ein digitaler Röntgensensor oder ein Röntgenfilm kann mit entsprechendem Halter in den Mund eingebracht werden – OptraDam® muss nicht entfernt werden (Abb. 8–10).

Abb. 8
OptraDam®-Isolation für Endodontie an Zähnen 21 und 44

Abb. 9
Positionierung des Röntgensensors in Regio 21 unter Belassen des OptraDams®

Abb. 10
Positionierung des Röntgensensors in Regio 44 unter Belassen des OptraDams®

Für Röntgenaufnahmen an Molaren ist die teilweise oder vollständige Entnahme des inneren Ringes notwendig, da sonst die Flexibilität des OptraDam® in diesem Bereich überschritten wird. Durch die Entnahme des inneren Ringes wird ausreichend Abdeckmittel für die Platzierung des Sensors bzw. Films geschaffen.

Nach der Röntgenaufnahme wird der innere Ring wieder in den OptraDam® eingebracht. Das Vorgehen entspricht dem der Erstapplikation (Abb. 11–13).



Abb. 11
Entnahme des intraoralen Ringes rechts für eine Röntgenaufnahme an Zahn 36

Abb. 12
Vollständige Entnahme des intraoralen Ringes für eine Röntgenaufnahme an Zahn 36

Abb. 13
Einsetzen des inneren Ringes analog der Grundtechnik unter Bildung einer Acht


Tipps zum Patientenkomfort mit OptraDam®-Isolation



TIPP 1:

Durch Einhängen eines gebogenen Speichelziehers wird eine automatische Absaugung aus dem tiefsten Punkt der Isolation installiert (Abb. 14).

Abb. 14
Einhängen des Speichelziehers zur automatischer Absaugung


TIPP 2:

Zur Komfortsteigerung kann durch eine kleine Inzision im Bereich mittig zwischen den Oberkiefer-Eckzähnen die Atmung durch den Mund ermöglicht werden.

Die Mehrzahl der Patienten kann bei OptraDam®-Isolation schlucken und dadurch ihren Speichelfluss kontrollieren. Bei ca. 1/3 der Patienten sollte die Assistenz eine einfache Speichelkontrolle durch den o.g. Schnitt durchführen (Abb. 15–16).

Abb. 15
Schnitt im OptraDam® mittig an der gestrichelten Linie

Abb. 16
Der Einschnitt kann zur Absaugung von Speichel bzw. zur Erleichertung der Atmung genutzt werden.


TIPP 3:
Der innere Ring kann bei Patienten hoch ansetzendem Lippenbändchen bei längerer Liegezeit ein Druckgefühl verursachen. Die einfache Abhilfe erfolgt durch Herausnehmen des inneren Ringes z.B. aus dem oberen Vestibulum, Knicken des Ringes zum Ringmittelpunkt und Wiedereinbringen des Ringes ins Vestibulum (Abb. 17–19). Für das untere Lippenbändchen wird analog verfahren.

Abb. 17
Entfernung des inneren Ringes aus dem oberen Vestibulum

Abb. 18
Knicken des Ringes

Abb. 19
Der innere Ring wird ins obere Vestibulum zurückgelegt.


 

Aus:
"Isolation der Zähne"
von Enno J. Kramer
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